Mit QR-Codes den Konsumentenkontakt intensivieren

Der Artikel erschien zuerst als Gastbeitrag von mir auf dem Anne M. Schüller Blog

Das Social Web 2.0 und der stetig steigende, mobile Internet-Zugriff durch Smartphones und Tablet-PCs erhöhen in einem atemberaubenden Tempo die möglichen Kontaktpunkte mit dem Konsumenten. Gleichzeitig bieten sich durch technische Gadgets auch neue Optionen, Konsumenten-Kontakte zu intensivieren. Eine Chance unter vielen sind QR-Codes, die einfach mittels Smartphone oder Tablet PCs, nach einfacher Installation eines Bar- und QR-Code Scanners, eingelesen werden können.

Mittlerweile zieren QR-Codes unmotiviert Suppendosen, Einweg-Flaschen und sind auf Plakaten unter ferner liefen angebracht. Aus welcher Motivation heraus sollte man hier sein Smartphone zücken und den Code scannen?

So wie sie im Augenblick größtenteils eingesetzt werden, ist es ein verlorener Kontaktpunkt. QR-Codes sind wenig effizient, wenn sie nicht den zentralen Mittelpunkt der Kommunikation bilden, nicht inszeniert werden und in keinem Bezug zu einem Konsumenten-Bedürfnis stehen.

Das Potenzial für QR-Codes ist hoch

Schauen wir uns einmal das mögliche Potenzial für QR-Codes in unserer Neuen Normalität an: Es ist enorm – Das Smartphone dominiert mittlerweile unseren Alltag. Smartphone-Zombies so weit das Auge reicht, an Bus- und Straßenbahnhaltestellen oder am Gate am Flughafen. Stoisch wird zu jedem Zeitpunkt auf dem Smartphone beim Warten gedaddelt – das Smartphone wird zur multimedialen Zigarettenpause. Warum nutzen wir dann nicht QR-Codes, um unsere Werbebotschaften zu intensivieren?

Dann muss man sie jedoch so inszenieren, dass sie Neugier oder Interesse erzeugen oder so in die Consumer Experience Journey einweben, dass sie eine Kommunikations- oder Informationslücke füllen. Am besten ist die Kombination aus beidem. 46% aller Nutzer, die QR-Codes scannen, sind auf der Suche nach mehr Informationen, 28% weil sie neugierig sind.

Fehler im QR-Getriebe

Ein QR-Code sollte auf eine mobil-optimierte Webseite verlinken. Kein Nutzer hat Lust, sich durch eine web-optimierte Internet-Seite auf seinem Smartphone zu quälen. QR-Codes in U-Bahn Stationen ohne Netz oder auf Plakaten an Hauptverkehrsstraßen bringen ebenfalls herzlich wenig. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass man anhält und den Code einliest oder sein Smartphone aus dem offenen Seitenfenster seines Autos bei 80 km/h hält und versucht den QR-Code einzuscannen (unabhängig davon, dass es technisch auch noch nicht möglich ist).

QR-Code Strasse + Flugzeug

QR-Codes in Inflight-Magazinen sind auch ambitioniert. Erstens besteht während des Fluges keine Netzverbindung und zweitens, wer nimmt schon das Inflight-Magazin einer Fluggesellschaft mit? Nur sehr, sehr einsame Menschen.

Den Vogel schießen grundsätzlich die Werbetreibenden ab, die QR-Codes in E-Mails versenden. Wenn ich schon an meinem Computer sitze, dann kann ich direkt auf einen Link klicken und wie, bitteschön, scanne ich einen QR-Code in einer E-Mail auf meinem Smartphone? Mit einem zweiten Smartphone?

Die Grundvoraussetzungen müssen stimmen

Wer QR-Codes effizient einsetzen will, sollte beachten:

  1. QR-Codes müssen Mittelpunkt der Kommunikation sein, damit Neugier oder Interesse besteht, sie zu scannen.
  2. Der QR-Code sollte auf eine mobil-optimierte Webseite verlinken.
  3. Es sollten relevante Inhalte oder Incentives (Angebote, mobile Gutscheine oder Rabatte) auf der angesteuerten Webseite vorliegen.
Beispiele, wo QR-Codes sehr gut eingesetzt wurden

Seat + Angry Birds: Eine interessante Print-Anzeigen-Inszenierung eines QR-Codes von Seat, die auch zeigt, dass er optisch angepasst werden kann. Der QR-Code verlinkte zu versteckten Features auf der Seat-Website. Ähnlich auch die Anzeige für Angry Birds, die die Downloads des Spiels steigern sollte. Der QR-Code führte direkt zum Download im AppleStore.

Seat und Angry Birds QR-Plakat

Emart, Süd-Koreas größter Einzelhändler, entwarf einen 3-D Schatten QR-Code, der nur zwischen 12:00h und 13:00h im korrekten Winkel sicht- und scannbar war. Wer ihn scannte, bekam Sonderangebote oder Gutscheine. Zielsetzung war, den Umsatz in der einkaufsschwächsten Zeit des Tages zu erhöhen. Die Aktion brachte 25% mehr Umsatz.

Heineken machte Menschen zu QR-Code Trägern. Während eines Musik-Festivals hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, ihren eigenen QR-Code mit persönlichen Daten zu versehen. Einmal auf die Kleidung aufgeklebt, konnte jeder Namen und Präferenzen des anderen scannen. Sicherlich ein Icebreaker beim Kennenlernen.

Tesco, der Klassiker. Mobil-Shoppen der täglichen Dinge mit Home-Delivery durch Tesco in Süd Korea.

Good to know

Der QR-Code (Quick Response) ist ein 2D-Code, der auf Anforderung des Toyota-Konzerns 1994 von der japanischen Firma Denso Wave entwickelt wurde. Denso Wave stellt u.a. Identifikationssysteme und Geräte zur mobilen Datenerfassung her. Der QR-Code diente ursprünglich der Markierung von Baugruppen und Komponenten für die Logistik der Automobilproduktion bei Toyota.

Der QR-Code besteht aus einer quadratischen Matrix aus schwarzen und weißen Punkten, die die kodierten Daten binär darstellen. Eine spezielle Markierung in drei der vier Ecken des Quadrats gibt die Orientierung vor. Die Daten im QR-Code sind durch einen fehlerkorrigierenden Code geschützt. Dadurch wird der Verlust von bis zu 30 % des Codes toleriert, d. h. er kann auch dann noch dekodiert werden.

Die Verwendung des QR-Codes ist lizenz- und kostenfrei. Die Spezifikationen wurden von Denso Wave offengelegt und sind über die Internationale Organisation für Normung in der Schweiz erhältlich.

Quelle: Erklärung QR-Code auf Wikepedia. Bild- und Videonachweis: Seat Plakat auf 2d-code.cu.uk; Angy Birds Plakat auf randymatheson.com; Heineken Personal QR-Codes auf zimplyzesty.com; QR-Code Bilder Straße und Flugzeug auf slideshare.net: Death to Bullshit; Videos auf Youtube.

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