Klout + Co: Wie wichtig oder unwichtig bin ich?

Perfekter Klout Score

Perfekter Klout Score

Einer der wichtigsten Schritte im Web 2.0- bzw. im digitalen Empfehlungs-Marketing ist die Identifizierung der sogenannten „Influencer“. Dies sind Personen, die im Internet über ein großes Netzwerk verfügen und Einfluss auf ihre digitale Gefolgschaft haben. Ein gutes Beispiel ist Justin Bieber (Klout-Score: 93/April 2013) mit mehr als 37 Millionen Follower auf Twitter. Wenn Justin Bieber etwas super cool findet und twittert, steigen die Umsätze. Wäre es nicht schön, wenn man für seine Produkte und Dienstleistungen die entsprechenden Influencer quasi auf dem Silbertablett serviert bekommt und für sein Marketing einspannen könnte?

Erste – und ich sage bewusst erste – Ansätze gibt es. Sie heißen PeerIndex, Empire Avenue oder Proliphiq. Insgesamt gibt es ca. 20 Anbieter und Start-ups, die sich mit einer Messung des Einflusses von Personen in der digitalen Welt beschäftigen. Führend ist Klout oder der Klout-Index, der auf einer Skala von 0 bis 100 den Klout-Score angibt. Je höher der Score, so höher der (angebliche) Einfluss.

Wie funktionieren Klout & Co?

Diese Indizes lesen über ca. 400 Schnittstellen die Aktivitäten (Signale) der User auf sozialen Plattformen und Online-Diensten wie z.B. Google+, LinkedIn, Facebook, FourSquare, Last FM oder Twitter aus. Entsprechend eines (nicht bekannten) Algorithmus wird der einzelne identifizierte Nutzer gescored. Die Mechanik ist ähnlich dem Google-Algorithmus: Quantitative und qualitative Kriterien beeinflussen den Score.

  • Quantitativ: Hier wird versucht, die potenzielle Reichweite und Frequenz eines Internet-Users zu ermitteln. Wie viele Fans, Follower, Kontakte hat der Nutzer auf den einzelnen sozialen Netzwerken? Wie oft wird ein Status aktualisiert, getwittert, etc.?
  • Qualitativ: Mit Hilfe von qualitativen Messgrößen wird versucht, die Relevanz des einzelnen Nutzers nachzubilden. Wie viele Kommentare oder Likes bekommt jemand auf Facebook, wie oft wird ein Twitter-Beitrag retweetet oder wie häufig wird ein Blog-Beitrag zitiert? Ähnlich dem Google PageRank-Prinzip spielt auch die Quelle einer Weiterleitung eine Rolle. Je einflussreicher z.B. ein Blogger (und dessen Score) ist, der zitiert oder weiterleitet, desto höher auch der Einfluss auf den Score des Zitierten.
Wer hat einen Score?

Jeder, der in sozialen Netzwerken engagiert ist oder einen Online-Dienst wie z.B. Twitter nutzt, hat seinen individuellen Score. Sobald getwittert und geliked wird, nehmen Klout & Co die Witterung auf. Jeder kann allerdings seinen Score nachprüfen. Man muss sich nur bei den genannten Anbietern registrieren und selber nachschauen, welchen Score man selbst und andere haben.

Wie verlässlich sind solche Influencer-Scores?

Noch wenig verlässlich. Zunächst sind sie nur auf den amerikanischen Raum beschränkt. Deutsche Anwendungen wie z.B. Xing, wer-kennt-wen oder Stayfriends werden (noch) nicht ausgelesen und finden keine Berücksichtigung. Darüber hinaus scheinen quantitative Gesichtspunkte in Ermangelung einer profunden Messung von Relevanz-Kriterien auch einen sehr hohen Einfluss auf den jeweiligen Score zu haben. Wer also z.B. häufig seine Hunde-, Urlaubs- und Babyfotos auf Facebook stellt und eine Menge Likes bekommt, steigt im Score. Aber auch Google hat klein angefangen. Klout & Co verbessern und erweitern regelmäßig ihren Algorithmus. Es ist zu erwarten, dass sich der Algorithmus und die Bedeutung von qualitativ hochwertigen, relevanten Beiträgen für einen Score und damit die Ergebnisse für eine Marketing-Anwendung stetig verbessern.

Wie kann man seine Scores steigern?
  • Auf vielen sozialen Plattformen aktiv sein. Im Kern sind es im Augenblick Facebook, Google+, LinkedIn und Twitter.
  • Häufig und regelmäßig posten.
  • Standardanwendungen nutzen. WordPress als das weitverbreitetste Blog-Programm bringt mehr, als ein selbst erstellter Blog.
  • Relevante und qualitativ hochwertige Beiträge liefern. Das permanente Teilen von belanglosen Arschbomben- und Kätzchen-Videos von YouTube wird den Score mittelfristig wenig treiben.
  • Ein Netzwerk von Personen mit hohen Influencer-Scores aufbauen, die die Beiträge weiterverteilen.

Bildnachweis: I don’t even exist auf wired.com. Klout-Bilder von Klout.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s