Zapping 2.0: Mit dem „Second Screen“ sieht man besser

Zap 2.0 - NeonErinnern Sie sich noch? Samstagabend, die Familie ist harmonisch vor dem Fernseher versammelt, schaut gebannt und vereint bei Chips und Erdnussflips  einen Blockbuster.

Time Flash 2013! Geblieben sind die Chips und Erdnussflips, ansonsten herrscht eine vollkommen andere Szene. Mutter schaut den Blockbuster, Vater surft auf seinem Laptop, die Tochter chattet auf dem Smartphone per WhatsApp über den schnuckeligen Hauptdarsteller, während sich Sohnemann mittels iPad über den „ätzenden Abend mit den Alten“ bei Facebook auslässt und sich diebisch freut, dass es seinen Kumpels auch nicht anders ergeht.

Mittlerweile hat der sogenannte „Second Screen“, dank Tablet-PC, Smartphone oder Laptop, die deutschen Wohnzimmer erreicht und den Fernsehkonsum drastisch verändert. Die Statistiklage dazu ist allerdings unübersichtlich und weist – abhängig von der Quelle und ihren Agenden, d.h. TV-Sender, TV-Vermarkter oder Online Provider – starke Unterschiede auf. Ich neige im Augenblick zur W3B Second Screens Studie von Fittkau &  Maaß, die die „gefühlt subjektive Realität“ abbildet. Hier die Highlights:

  • Mehr als die Hälfte (55.7%) der TV-Zuschauer haben demnach einen „Second Screen“ zusätzlich zum Fernseh-Bildschirm vor Augen.
  • Die Mehrheit surft auf dem Laptop (52.3%), 36.5% wischt auf einem Smartphone und 11.8% nutzen einen Tablet-PC. Bei knapp 30% läuft parallel zum Fernsehen der Computer.

Zap 2.0 - W3B Scond Screen

  • Die meisten Aktivitäten stehen nicht in Bezug zum Fernsehprogramm: 49% surfen, 47.7% bearbeiten E-Mails. Mehr als ein Drittel (35.6%) nutzen soziale Netzwerke und 27.1% spielen.

Zap 2.0 - W3B - Tätigkeit while Zapping

Nur 10.2% haben sich mittels Second Screen mit dem laufenden Fernsehprogramm beschäftigt. Dieser Wert stimmt direktional mit einer Studie der BITKOM überein. Laut BITKOM tauschen sich knapp 18% der Internet-User beim Fernsehen in Chats und sozialen Netzwerken über das aktuelle Fernsehprogramm aus. Dabei muss es zukünftig nicht immer Facebook, Twitter & Co. sein. Ich denke, dass der Markt der Social TV-Apps eine zunehmende Rolle spielen wird. Mittels dieser Apps können Meinungen und Vorlieben für Filme, Serien und Shows ausgetauscht werden.

Zap 2.0 - Social TV Apps

Was sind die Auswirkungen für das Marketing? Die Aufmerksamkeit für den „First Screen“, dem Fernseher, schwindet und damit auch die Bedeutung von klassischen Werbeformaten. Auf der anderen Seite bietet der „Second Screen“ aber auch Chancen als aktiver Rückkanal für Abstimmungen, Aktivitäts- und  Quotenmessungen.

Werbung kann zum ersten Mal als Interaktion zwischen Zuschauer und Werbetreibenden zielgerichtet genutzt werden und den Konsumenten „1-to-1“ adressieren. „Neue TV-Shopping-Lösungen können es zum Beispiel ermöglichen, Kunden nach einem Werbespot im Fernsehen und über eine Empfehlung im sozialen Netzwerk gleich zum Kauf zu führen – getreu dem Motto: See on TV, informed by community, buy on TV. Denn eines ist bereits heute eindrucksvoll: Bei den programmbegleitenden Inhalten dominiert Social Media mit 18.7 Millionen Likes bei deutschen TV-Sendungen.“ (BITKOM Blog-Beitrag von Michael Schidlack).

Quellen: Fittkau & Maaß: W3B Report Second Screens 2013; BITKOM: Mit dem zweiten Bildschirm sieht man besser, Presse-Mitteilung vom 5. November 2012; BITKOM Blog-Beitrag von Michael Schidlack: Anders werben – auf dem Second Screen, 7. Februar 2013.

Bild- und Videonachweis: Bild von geraet-zwei.de; Charts Fittkau & Maaß: W3B Report Second Screens 2013; Social TV Apps von Mücke Sturm Company: Social Media Apps.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s